Hochzeitsreden des Brautvaters und andere Aufgaben

Heutzutage werden Hochzeiten vielfach nicht mehr auf die übliche Art begangen und auch die kirchliche Trauung wird von vielen Paaren nicht mehr vollzogen. Heiraten aber junge Leute, und die Braut hat noch beide Eltern bzw. einen Ersatz- oder Stiefvater, so kommt diesem immer noch die erste Rede bei der Feier zu. Stellvertretend kann auch die Mutter der Braut oder ein Elternteil des Bräutigams sprechen – es ist alles ein Frage der Verhältnisse, der Vereinbarungen und der Bereitschaft.

Ein Brautvater wird seine Rede vermutlich dem Anlass entsprechend mit Humor, Herzenswärme und Anekdoten würzen oder ein paar besinnliche Passagen einfließen lassen, die dem jungen Paar die Bedeutung des Schritts ins gemeinsame Leben vor Augen führen. Ein stolzer Vater, der zu seiner Tochter ein gutes Verhältnis hat, wird vielleicht berichten, wie er sie als kleines Mädchen erlebt hat – vom ersten Pflaster auf ihrem Knie erzählen, vom Schulanfang oder vom Sandburgenbauen in den Ferien. Er kann erzählen, wie sie vor seinen Augen zur jungen Frau heranreifte, Konflikte während der Pubertät andeuten oder einige ihrer charakterlichen Stärken hervorheben. Außerdem kann er darauf eingehen, wie er bemerkt hat, dass seine Tochter den Richtigen gefunden hat und warum er ihre Wahl begrüßt. In Hochzeitsreden des Brautvaters kommen häufig auch kleine Anekdoten aus dem eigenen Eheleben vor – sei es, um dem jungen Paar Mut zu machen und zu zeigen, wie man Klippen umschiffen kann oder auch wie man größere Schicksalsschläge gemeinsam meistert. Bei einer Hochzeitsfeier kommt für gewöhnlich der engere und auch der weitere Familienkreis zusammen, so dass kontroverse Themen besser ausgespart werden sollten.

Nicht jedem ist es gegeben, so eine Rede aus dem Stegreif zu halten, zumal an einem Tag, der von Emotionen und Rührung geprägt sein kann. Insofern ist es ratsam, sich für eine Hochzeitsrede ein Konzept zu machen und die fertige Ansprache mehrmals laut zu lesen. Länger als zehn Minuten sollte sie nicht sein, damit die Aufmerksamkeit der Zuhörer nicht nachlässt. Ideen und Vorschläge, wie man eine solche Rede aufbaut und formuliert, kann man z. B. im Internet finden. Dort entdeckt man komplette Reden, in die nur noch die Namen der Braut und des Bräutigams eingesetzt werden müssen. Eine Ansprache zu halten, die jemand anders aufgesetzt hat, wird manchem Brautvater nicht behagen, aber er kann so eine Vorlage als Anregung nehmen und sie nach Belieben verändern. Sie dient im sozusagen als Leitfaden für seine eigene Rede und wird ihm den einen oder anderen Einfall bescheren.

Der Zeitpunkt, an dem der Brautvater die Rede hält, sollte vorher mit dem Brautpaar und ggf. dem Gastronom besprochen werden, falls die Feier in einem Restaurant stattfindet. Üblicherweise ergreift der Brautvater nach der ersten oder zweiten Vorspeise das Wort. Er beendet seine Rede mit einem Toast auf das Brautpaar, und wenn es angebracht ist, stoßen alle Gäste auf die Brautleute an und lassen sie mit einem Lied hochleben.

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